„Mondthron“ von Mäki Closch auf dem Rundgang 2019 der UdK

Mäki Closch erhielt nun auch seine bildkünstlerische Weihe; er nahm als special guest teil an der Ausstellung „… und schließlich doch ad astra“ im Rahmen des Rundganges 2019 der Universität der Künste Berlin (UdK) mit „Mondthron„, einem Limerick auf Schaukelstuhl neben Raumfahrerfigur, unter Mondkarte anno 1844, mit Stoffdruck der Apollo 11 Landestelle von Shirin Aschkari.

Mäki Closchens Text von „Mondthron“, Ausstellungsansichten, weitere Informationen zu diesem Werk und der Ausstellung finden sich auf dem Blog von Mäki Closch.


Meine philosophische Deutung dieses installationskünstlerisch erweiterten Gedichtes:

Fehler, Zufälle und schließlich doch auf dem Weg zu den Sternen: Mäki Closchens „Mondthron“ transzendiert Julia Rüthers maltechnische Fragestellung ins Raumfahrerische und Kosmologische.

Ist nicht das gesamte Apollo-Programm, das Menschen vor 50 Jahren zum ersten Mal auf den Mond brachte, ein triumphales Misslingen? Denn nach exorbitanten Ausgaben, mit viel Glück, trotz der Fehlschläge und Todesopfer gelang dieser „giant leap for mankind“ (Neil Armstrong). Mit Start und Flug der Saturn V Rakete war das ästhetisch brillanteste Ereignis der Menschheitsgeschichte geschaffen. Andererseits sollte dieser gigantische Satz auf die Mondoberfläche der erste Schritt sein, die Menschheit wortwörtlich ad astra zu führen. Zu einem zweiten Schritt in diese Richtung ist jedoch auch ein halbes Jahrhundert danach nicht einmal angesetzt. Schlimmer noch: Überall ziehen Sterne und Planeten ihre Kreise, wir aber wissen gar nicht, wohin wir als nächstes wie gelangen sollen, geschweige denn warum. Unsere ersten Millimeter auf dem Weg zu den Sternen führten vielmehr wieder auf die Menschenerde zurück mit all ihren sehr irdischen Problemen und ihrer Ratlosigkeit:

… here we came all this way to the Moon, and yet the most significant thing we’re seeing is our own home planet, the Earth (Bill Anders, Astronaut Apollo 8).

Das Apollo-Programm strebt ad astra als die bis in den Weltraum hinausragende Ruine menschlicher Ambition.

Um den Kosmos als Ganzes steht es freilich nicht besser: ein gigantisches, hochdynamisches uranfängliches Desaster, das sich tatsächlich zu dem gegenwärtigen Spektakel aus Sternen und Galaxien – also insofern „ad astra“ – entfaltete. Allerdings nötigt uns das Universum damit nur eine völlig sinnlose Bewunderungshaltung ab. Ein gelingendes Leben zustande zu bringen, hilft es uns nicht. Ja: durch Ausrutscher zu den Sternen! Doch wohin ist das eigentlich und was sollen wir dort?


The English version of this interpretation of Moon Throne by Mäki Closch:

Mistakes, coincidences – but finally on the way to the stars: „Moon Throne“ by Mäki Closch transcends Julia Rüther’s question regarding the technique of painting into an astronautic and cosmological dimension.

Isn’t the Apollo mission which took humans to the moon for the first time a triumphant failure? After exorbitant expenses, with a lot of luck and, despite accidents and fatalities, this „giant leap for mankind“ (Neil Armstrong) was made. The launch and flight of the Saturn V rocket created the esthetically most brilliant event in human history. On the other hand, this giant leap on the lunar surface should be the first step on our way literally ad astra. But half a century later we have not even begun to take the next step in this direction. What is more, stars and planets are following their trajectories everywhere, but we can’t figure out where to go, how to travel astronomical distances and why we should do so. On the contrary, our tiny first step to the stars led back again to human earth with all its related problems and perplexity:

… here we came all this way to the Moon, and yet the most significant thing we’re seeing is our own home planet, the Earth (Bill Anders, astronaut Apollo 8).

The Apollo mission juts into space as a ruin of human ambition.

What is more, the whole cosmos began in a highly dynamic disaster which turned to the spectacle of stars and galaxies which we observe today. However, it just commands our admiration without having any meaning and doesn’t really contribute to human happiness and fulfillment. Yes, let’s reach the stars by making mistakes! But where will we arrive, if we get ad astra, and what should we do there?

 

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Mäki Closch Lesung in Dresden 12. Okt.

Lange Zeit war auf der Webseite keine Bewegung. Hatte mich unter anderem ganz in das Schreiben eines Aufsatzes zu „Komik, Politik, Subversion“ vertieft. Heute sei hingewiesen auf Mäki Closchens nächste Lesung: „Die Überzeichneten. Oder: Lächeln ohne Weltraum“. Sie findet zur Vernissage der Ausstellung Z.E.I.C.H.N.U.N.G.E.N. in Dresden statt:
 
Freitag, den 12. Oktober 2018, pünktlich um 20.00 Uhr (die Vernissage beginnt um 19.30 Uhr),
Dresdner Sezession 89 e.V.  /  galerie drei
Prießnitzstraße 43
01099 Dresden
Alle sind herzlich eingeladen!

Atopia vs. Identität. Die Tugend des Fremdseins

Sorry, WordPress hat den Inhalt des Blogbeitrages aus mir unerfindlichen Gründen gelöscht. Hoffentlich wird diesmal alles auf die Webseite übernommen.

Sollen wir überhaupt ausprägen, wonach heutzutage offenbar alle lechzen: Identität? Nö, sage ich in Anschluss an Sokrates und Amartya Sen…

Ich freue mich, meinen Vortrag „Atopia vs. Identität. Die Tugend des Fremdseins“ anzukündigen. Er findet nächsten Donnerstag in Berlin-Lichtenberg im Rahmen einer größeren Veranstaltung auf Englisch und Deutsch statt. Der Eintritt ist frei. Alle sind willkommen.

31. Mai 2018
18.30 Uhr
B.L.O. Ateliers, Kaskelstr. 55, 10317 Berlin

Detaillierte Infos wie etwa das gesamte Programm des Abends und mein Ankündigungstext finden sich unter:
https://www.blo-ateliers.de/open-studio-and-artist-talk-oezlem-sariyildiz/

Bildkünstlerisches Debüt und Aufhänger in der NOZ

Trubel herrschte die letzten Tage, so dass ich erst post festum dazu komme, mein bildkünstlerisches Debut anzukündigen. Es fand statt am 3. und 4. November im Rahmen einer Atelierausstellung anlässlich der Offenen Ateliers Gerichtstr. 23 in Berlin. Ich war mit einem meditativen Videoclip vertreten, der ägyptische Kühe auf einer abendlichen Nilinsel zeigt.

Brandaktuell dient mein Schicksal der deutschlandweit wahrgenommenen „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) als „Aufhänger“. Es geht um die unerträglich schlechte finanzielle Ausstattung von Uni-Lehraufträgen:
https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/975081/hartz-iv-trotz-lehrauftrag-ein-osnabruecker-uni-dozent-gibt-auf
Vor einigen Jahren hat man wenigstens noch so getan, als sollte sich daran bald etwas ändern…

Bunte Herbstgrüße

Besprechung von „Blade Runner 2049“ und Aktualisierung der Podcast-Links

Dem alten „Blade Runner“ von 1982 war meine erste online-Filmbesprechung gewidmet. Hunderte Male wurde sie wieder aufgerufen, seit das Sequel „Blade Runner 2019“ in den Kinos zu sehen ist. Nun schließt sich der Kreis mit der Besprechung des aktuellen Films – großes Kino, das unsere Integrationsdebatten spiegelt und unter anderem Gelegenheit bietet, im Gefolge von Maurice Halbwachs über die soziale Konstruktion von Erinnerungen nachzudenken sowie über Freiheit im Sinne Immanuel Kants. Hier der Link zur Besprechung von „Blade Runner 2049“:
https://wiehart.wordpress.com/film-und-fernsehkritik/filme/blade-runner-2049/

Gerne Gedanken teilen, kritisieren und kommentieren!

Endlich bin ich auch dazu gekommen, alle Links zu Podcast-Folgen mit meiner Beteiligung zu aktualisieren. Sie finden sich unter dem entsprechenden Menüpunkt:
https://wiehart.wordpress.com/podcasts/

Auf die beiden ausführlichen Podcast-Folgen zum alten „Blade Runner“ sei an dieser Stelle hingewiesen. Sie finden sich auch verlinkt zu Beginn der Besprechung:
https://wiehart.wordpress.com/film-und-fernsehkritik/filme/blade-runner/

Nachdenkliche Zeit mit Zukunftsvision!

Besprechung von „It Comes at Night“

Das Fantasy Filmfest wartet immer wieder mit Überraschungen auf. In diesem Jahr besonders beeindruckt hat mich der minimalistische Endzeitstreifen „It Comes at Night“, der im Januar 2018 in die deutschen Kinos kommen soll – Gelegenheit, über die Anerkennung menschlicher Kontingenz nachzudenken und über die begrenzten Entfaltungsmöglichkeiten in einer Hausgemeinschaft gemäß Aristoteles:
https://wiehart.wordpress.com/film-und-fernsehkritik/filme/it-comes-at-night/

Besinnliche Herbstlektüre!