Nachlese zur Amsterdamexkursion SS 2016

Auf dieser Seite, online seit 19. August 2016, seien einige Materialien, weiterführende Informationen und Fotos zu der Exkursion nach Amsterdam der HfBK Dresden im Sommer 2016 zusammengetragen.

Die Stichwortzettel zu meinen einführenden Vorträgen im Rijksmuseum und im Rathaus stehen zum Download als PDF zur Verfügung. Da ich mich immer von meinem Skript löse, bilden die Notizen nicht unbedingt exakt die tatsächlich gehaltenen Vorträge ab. Sie geben aber, denke ich, einen ganz brauchbaren Überblick. Zu den gezeigten Bildern gibt es Links.
Stichworte Rijksmuseum
Otto Vaenius: Amorum emblemata, 1608: Nocet esse locutum (Emblem)
Otto Vaenius: Amorum emblemata, 1608: Nocet esse locutum (Erläuterung)
Stichworte Rathaus
Londoner Psalterkarte (Abb.)
Londoner Psalterkarte (Erläuterung)

In digitalisierten niederländischen Liebesemblembüchern des 17. Jhs. schön stöbern kann man auf:
http://emblems.let.uu.nl/

Wer sich für mittelalterliche Weltkarten und damit Weltbilder interessiert, möge einen Blick in meinen Aufsatz zu diesem Thema werfen: „Glück durch Karte – Die Erde als Begegnungsraum auf mittelalterlichen mappae mundi, insbesondere auf der Ebstorfer Weltkarte“. Bei Interesse lasse ich Euch gerne Sonderdrucke zukommen.

Ein Beispiel für ein mittelalterliches Kosmosschema findet sich unter:
https://wiehart.wordpress.com/2013/10/22/zweite-veranstaltungswoche-am-niederrhein-im-hs-2013/
(Bitte etwas hinunterscrollen!)

Die Intarsien im Boden des Bürgersaales des Rathauses wurden nach Karten von Willem Janszoon Blaeu (1571-1638) und dessen Sohn Joan Blaeu (1596-1673) gefertigt. Deren berühmtestes und einflussreichstes Werkt war der Atlas Maior. Dieser imposante Weltatlas erschien 1662 in 11 Bänden plus einem Seeatlas. Er war das umfangreichste und teuerste Buch des 17. Jhs. und blieb über 100 Jahre lang der verbindliche Atlas. Die vollständige Digitalisierung der gleichumfänglichen neunbändigen holländische Edition von 1664 findet sich unter:
http://bc.library.uu.nl/monument-canon-dutch-history-blaeu’s-atlas-maior.html

Aus der Werkstatt Blaeu stammt übrigens auch ein schöner Globus, der im MathematischPhysikalischen Salon (Dresdner Zwinger), zu sehen ist:

    

Der Mathematisch-Physikalische Salon sei Euch überhaupt ans Herz gelegt; dort gibt es eine Fülle an hochinteressanten und teils ästhetisch kühnen Objekten. Im Zusammenhang mit Kartografie und Weltreich der Niederländer sei auch auf den dortigen Globus von Coronelli hingewiesen. Norden ist rechts. Australien erscheint darauf als Het niew Hollandt / Nova Hollandia. Australiens Ostküste sowie das Verhältnis zu Neuguinea und Tasmanien kannte man damals noch nicht:

So sahen „Zeitungen“ des 17. Jhs. aus (ein Beispiel aus dem Scheepvaartmuseum): Flugblätter, die von privatwirtschaftlichen Verlegern zu gegebenen Anlässen (etwa über aktuelle Schlachten in den Kolonien) gedruckt und vertrieben wurden. Man konnte sich ausführlich in Wort und Bild informieren:

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Vielleicht hat jemand im Rathaus gute Bilder von (den dort so zahlreich vertretenen!) Rutenbündeln (fasces, sg.: fascis; auch „Liktorenbündel“) gemacht – den Symbolen für eine Republik und später auch für den (zu Unrecht) nach ihnen benannten Faschismus? Im Stedelijk Museum war folgendes Plakat aus dem Spanischen Bürgerkrieg ausgestellt, das ein Rutenbündel als Symbol des Faschismus zeigt:
Defendeos contra la garra del fascismo, Plakat der C.N.T.-F.A.I., Lithografie, 99,5 x 70,5 cm, Druck bei Rieusset, Barcelona 1936-1939.

Zu den vielen Themen, die wir in unseren philosophischen Gesprächsrunden angesprochen haben, folgende Hinweise:

Zur Frage, inwiefern Kunst heute politisch sein kann, soll, muss:
Teresa Margolles: Biennale 2009, Mexikanischer Pavillon
Zentrum für Politische Schönheit

Zur barocken Ästhetik von „Reichthum, Reinigkeit und Glantz“ s. meinen Aufsatz über Leibnizens Vorschläge zur Verbesserung der deutschen Sprache. Das dort Geforderte könnte man auch auf die Bildkunst anwenden.

Zu der ganz anderen Ästhetik des Hässlichen und der Komiktheorie eines Karl Rosenkranz‘ s. die zweiteilige Fortsetzung des Leibnizaufsatzes unter dem Titel „Armut, Dreck und Trübheit“ (leider hat sich der Verlag verdruckt, weshalb „Errata“ erforderlich waren). Das dort Entwickelte bezieht sich nicht nur auf Literatur; Karl Rosenkranz bringt eine Fülle an Beispielen aus allen Künsten.
Teil 1
Teil 2
Teil 2, Errata

Sicherlich habe ich vieles vergessen. Gerne nachfragen oder eigene Ergänzungen, Fotos schicken! Gerne auch diskutieren und kommentieren im Kommentarteil!

Zu guter Letzt Einige Fotos von der Reise:

Fotos, geschossen von Sven-Ole Frahm (Dank für die Erlaubnis, sie hier zu zeigen!):

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Fotos, geknipst von meiner Wenigkeit:

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